Don’t get me wrong
Manchmal frag ich mich, warum ich überhaupt irgendwas mache. Grad ist wieder so ein Zeitpunkt. Einer jener Tage, an denen alles auseinander zu fallen scheint und es ganz furchtbar schwer ist, nicht zu verzweifeln. Ich spüre, wie eine Bitterkeit in mir heranwächst, die ich so seit 5 Jahren nicht mehr erlebt habe - gepaart mit sehr sehr viel Neid. Wobei sich da wiederum die Frage stellt, ob ich verbittere, weil ich neidisch bin, oder der Neid nur ein Nebenprodukt der Bitterkeit ist.
Wie auch immer.
Die Prüfungen sind gelaufen, das Projekt ebenso, und ich kann wieder atmen. Das zumindest war es, was ich von diesem Zeitraum erwartet habe - nach dem Stress und vor der mündlichen. Und nun stolpere ich von einem Psycho in den nächsten. Vom Prüfungsstress in Familienchaos, in Gefühlschaos, und weiter in die Ungewissheit.
Und nachdem die heute dank zuverlässiger Quellen ein Ende hat, fühle ich mich auch nicht besser. Ich werde in Deutsch in die Mündliche müssen. Nur in Deutsch. Das heißt aber nicht, dass ich in den anderen Fächern so herausragend war, dass man das nicht nachprüfen muss. Vor allem die Aussage, dass Annina nun Jahrgangsbeste ist, hat mir dabei Gewissheit gegeben, und ich bin in dem Moment vermutlich schneeweiß angelaufen. Bis zu dem Moment war ich es nämlich gewesen, die diesen ‘Titel’ hätte kriegen sollen, und ich hatte mir schon über Wochen Gedanken gemacht, was ich gerne für ein Abschlussgeschenk dafür kriegen wollen würde. Dass Annina es nun bekommt, stört mich gar nicht wirklich. Sie hat es verdient, und hätte mich wer gefragt, wen ich genommen hätte - dann sicherlich sie. Aber enttäuschend ist es schon, wenn man wochenlang nichts anderes hört, als dass man selbst die beste ist. Wenigstens kleine Dinge, auf die man sich freuen kann.
Ein anderer Aspekt dieses Wechsels ist, dass ich noch mehr Angst davor habe, meine Noten zu erfahren. Annina und ich haben in den Vornoten jeder drei 2er und den Rest 1er. Sie muss in keine Mündliche - also gehe ich davon aus, dass sie in jedem Fach ihre Note nur bestätigt hat. Wenn ich dann aber schlechter bin als sie, heißt das, ich habe irgendwo Mist gebaut und eine schlechtere Note kassiert. Ich weiß, es ist schwer zu verstehen, dass es mich wahnsinnig macht, nicht zu wissen, wo und wie schwer. Vor allem, weil ich immer mit der Einstellung zur Schule gegangen bin, dass kommt was kommt und alles andere sich fügt. Aber wenn man erstmal angefangen hat, 1er zu schreiben, dann will man den Standard auch halten. Und wenn man einmal Beste ist - dann will mans auch bleiben. Und wenn ich nach zwei Jahren einer konstanten 1 in Mathe plötzlich wieder eine 3 hätte… Keine Ahnung. Ich sollte einfach abwarten, was kommt und aufhören, darüber rumzuheulen.
Zurück zum Neid. Ich spür ihn überall. hier verdient jemand viel Geld und kann es auch ausgeben, während ich mit meinen paar Kröten daneben stehe und es nicht kann. Da kriegt jemand ein unglaubliches Geschenk zum Abschluss - ich weiß gar nicht, ob ich überhaupt was kriege. Hier wieder jemand Urlaub - ich bin froh, wenn ich es finanziell schaffe, eine Woche Zelten in Tschechien bezahlen zu können. Da kriegt jemand einen Ausbildungsplatz, ohne je einen Rückschlag einstecken zu müssen. Dort ist wieder jemand und hat einen lieben Kerl, während ich mich allein unter der Decke zusammenkauere.
Ich gönn das den Leuten - wirklich. Jeder hat es verdient, glücklich zu sein. Aber ich möchte auch mal was abhaben. Von dem besten Notendurchschnitt hab ich nicht viel. Außer vielleicht mal ein kleines Erfolgserlebnis. Ist das denn zuviel verlangt? Im Moment habe ich das Gefühl, als würde es für jeden um mich herum bergauf gehen - nur nicht für mich. Ich fühle mich, als würde gerade alles zerbröseln, auf das ich hingearbeitet habe. Als würde alles weitergehen und irgendwas vollbringen oder bekommen, nur ich trete auf der Stelle. Und wenn das so weitergeht - ich weiß nicht, wo es enden soll. Vielleicht ende ich ja wirklich auf einer Parkbank, betrunken, und rede mit Tauben. Oder ich versiffe mit meinen 12 Kindern und einem Säufer als Ehemann in irgendeiner Sozialwohnung. Oder… ich weiß nicht. Grad fällt es mir verdammt schwer, überhaupt so etwas wie Hoffnung zu sehen. Und ich kreisel mich zu sehr um diesen Gedanken, als dass ich mich für irgendwen wirklich freuen würde - obwohl ich mir echt Mühe gebe. Soweit ist es schon - von Neid und Bitterkeit zerfressen.
An dieser Stelle höre ich besser auf und hinterlasse nur einen Lyricfetzen, den ich vor nicht allzu langer Zeit notiert habe und der meine Gefühle gerade am besten ausdrückt und versuche dann weiter das Gegröhle von draußen zu ignorieren:
Don’t get me wrong
I’m glad you’re happy
But where am I in this game?
Where is my place in this world?
Tags: Depressionen, Ins als Songwriter, Neid, Prüfungen, Psycho
The last ones!
Gotthard - And then goodbye
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5th & 6th
Brother Firetribe - Spanish eyes
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3rd & 4th
To die for - Like never before
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Next Song!
Nuclear Blast Allstars - a perfect day (to die)
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Der Mann mit den Bananen
Seltsame Begegnungen ereignen mich hauptsächlich an Bahnhöfen - so auch heute, wo ein Mann deutlicher arabischer Herkunft sich bemühte, herauszufinden, welchen Zug er nehmen sollte. Ich fühlte mich spontan an den Ausflug nach Tschechien letztes Jahr erinnert, wo ich die Fremde war, die ihren Zug suchte (und natürlich kein Tschechisch sprach ). Dreimal musste ich heute verneinen, das ist nicht der richtige Zug- bis er dann kam. Zum Dank schenkte der Mann mir eine
Banane - und wollte sich im Zug auch noch neben mich setzen. Das hatte ich zum Glück schon geahnt und mich auf meinem Zweisitzer breit gemacht. Er setzte sich dann auf den 4er neben mir und ließ mich in Ruhe (nachdem ich ein Fladenbrot danken ablehnte ). Er war ganz lieb, aber diese Aufdringlichkeit finde ich immer suspekt. Na zumindest saß er im richtigen Zug, ich stieg eine Viertelstunde später sowieso wieder aus, und habe meine gute Tat für heute getan.
Heute habe ich es auch endlich geschafft, Songtexte zu schreiben. Anderthalb sind fertig (und mit fertig meine ich, dass ich sie nächste Woche noch einmal überarbeite… ), more to come. Den ersten kann ich hier schon mal präsentieren. Aber zunächst möchte ich auf einen Artikel zu unserer Ausstellung hinweisen, der ziemlich eindeutig meine Rede zitiert, ohne mich irgendwo zu erwähnen. Na herzlichen Dank.
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Tags: 5 Minuten Ruhm, Ausstellung, Bahn, Bananen, Das Auge ist eine Kugel, das Loch im Zaun, Ins als Dichter, Ins als Songwriter, Inspiration, Mrs Engagiert to the rescue, Narrenfreiheit, Prüfungen, Schule, was ein selten kreativer Tag