Die Welle

Nur eine kleine Notiz zu dem Film:
Ich wünschte, ich könnte die Zeit zurückspulen und meine Deutschlehrerin in den Film schicken, als wir grad den Vorleser gelesen hatten. Damals hatten wir darüber diskutiert, ob man das Schicksal der weiblichen Hauptrolle verstehen kann oder ob man sie verurteilt. Mein Standpunkt war: Klar, heute können wir alle sagen, dass wir nicht mitmarschiert wären bei den Nazis, aber damals sah das ganze anders aus: Angst, Gewalt, Terror… wer hätte schon den Mut gehabt?
Matsch, war ich der Nazi. Andere haben mich unterstützt, aber geholfen hats mir an dem Tag natürlich nichts. Und das mir als Gruft. Zumindest hat die Welle meinen Standpunkt einmal mehr bewiesen.
Gruselig, dass ich einen aus meiner Klasse haargenau wiedererkannt hab. Genau, meinen ‘Fan’, der zum Glück nicht mehr mein Fan ist. Brav!
…Anschauen! HoppHopp!

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Eine Reaktion zu “Die Welle”

  1. Mara

    Ich hab’ das Buch in der 10. gelesen und fand es damals gruselig. Gruselig aus genau dem Grund, den du angegeben hast. Im grunde genommen geht es in eine ähnliche Richtung wie ‘Das Experiment’. Auch gruselig! Letztens habe ich im TV einen bericht darüber gesehen, wie ähnliche Experimente bei irgendwelchen Agenturen durchgeführt werden. So eine Art Kompetenztraining im Job, oder wie sich das schimpft. Lehrgang eben. Erwachsene Männer und Frauen werden in zwei Gruppen eingeteilt, ‘blaue Augen’ und ‘nicht blaue Augen’. Eine der beiden Gruppen ist die höher gestellte. Es war nur ein Rollenspiel, hat aber deutlich gezeigt, wie schnell Menschen in ihre vorgegebenen Rollen fallen und nicht mehr aufmucken, wenn plötzlich einer aus der anderen gruppen zusammengeschnauzt wird und z.B. von der Polizei abgeführt. Das hat nur wenige Stunden gedauert und weder einer aus der einen, noch einer aus derselben Gruppe ist für den anderen eingestanden oder hat auch nur hinterfragt, was da geschieht. Es hat nicht lange gedauert, da haben sich alle ihren Rollen gemäß untereinander und zueinander verhalten. Die ‘überlegenen’ haben, weil sie es mussten, die ‘unterlegene’ Gruppe herablassend behandelt und wiederum nach einer Weile schien es sowohl selbstverständlich, als ihnen auch zu gefallen. Fraternisation mit dem ‘Feind’ wurde btw mit Anschnauzern etc bestraft, da hat man die Ohren schon mal angelegt. Bis eben soweit, dass der eine als ‘Verräter’ abtransportiert wurde. Nichts von wegen wir halten zusammen, wir lassen das nciht mit uns machen, wir würden uns gegen diesen Zwang verbünden. Nein. Stattdessen betretenes Hinnehmen, wegschauen, sture Akzeptanz des Rollenverhaltens. Von Auflehnung und Rebellion keine Spur.
    Soviel ich mitbekommen habe, steckte hinter dem Experiment bzw der Schulung natürlich eine Art ‘Awareness’-Training, das den Teilnehmern ihr eigenes Verhalten vor Augen führen sollte, um sie darauf aufmerksam zu machen, wenn sie selbst und andere zum Beispiel jemanden wegen Andersartigkeit im Job mobben etc.
    Huh, lang und etwas wirr

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