Marschierende Amaseisen

Suhl und das dazugehörige Vorstellungsgespräch liegen hinter mir, und nach einem ziemlichen Jetlag gestern komme ich auch endlich dazu, es zu bloggen und wenigstens ein paar der Bilder hochzuladen, die ich unterwegs gemacht habe, bis mein Akku sich verabschiedet hat. “Ins auf großer Tour” heißt die Fotoserie, von der ich bewusst nur ein paar hier hinstelle. Teils, weils einfach zu viele sind, teils, weil man manche einfach nicht zeigen kann.
koffeiiin.JPGDas erste, was ich an diesem Ausflug feststellte, war: Ich werde niemals Bäcker! Um drei aufstehen liegt mir nicht. Igitt. Ich habs aber doch geschafft und bin auch pünktlich am Bahnhof angekommen, um nach Braunschweig zu eiern. Dort angekommen stellte ich fest, dass die Geschäfte noch nicht auf hatten. Machte aber nix, darauf war ich vorbereitet, hatte meinen ersten Kaffee schon zu Hause getrunken. Zwei Hörnchen kamen vom Bäcker mit, dann gings aufs Gleis 6.
foto0176.jpgNormalerweise ist Gleis 5 das, mit dem ich nach Hause fahre. Und so stand auch in dem Moment ein Zug nach Peine dran, den ich gekonnt ignorierte. Auf Gleis 6 fuhr derweilen ein IC ein, der - oh Wunder - auch in Peine halten sollte. Auch den ignorierte ich, lief meine Runden auf und ab und checkte schließlich dreimal, ob ich auch wirklich in den richtigen ICE gestiegen bin. Reserviert hatte ich nix und hoffte auf mein Glück. Das schien auf sich warten zu lassen, denn die meisten Plätze waren reserviert. Erst ein Wagen später ging mir auf, dass es mir egal war, wer nach Göttingen einstieg, denn da musste ich ja schon wieder raus. Also wurde das mein Platz. Tada!
treppen.JPGIn Göttingen angekommen schwächelte ich schon leicht. Kaffee! Ich hatte nur ein paar Minuten Aufenthalt, in denen ich mich erstmal wunderte, dass es keine Treppen gab, sondern nur eine Schräge zum Hochrennen. Der Gedanke löste sich dann aber in Wohlgefallen auf, als ich doch noch Treppen entdeckte. Im Bahnhof selbst fand ich ein kleines Lädchen mit Kaffee für unterwegs - und Kaugummi! Nichts ist wichtiger als frischer Atem, selbst wenn man literweise Kaffee trank. Wieder aufs Gleis, dreimal gecheckt und dann in den nächsten Zug gehupft. Prima, läuft ja alles.
binichimrichtigenzug.JPGIrritation brach aus, als wir in Gotha ankamen. Faszinierendes Plakat direkt vorm Fenster, das ich einige Minuten anstarren durfte, bevor es weiter ging - rückwärts. Nanu? Hab ich vergessen, im Endbahnhof auszusteigen? Saß ich im falschen Zugteil? Nein, es ging einfach nur im Zickzack weiter. Spannend!
neusonstwo.JPGDieser RE brachte mich bis nach Neudietendorf. Neu-wo? Keine Angst, man muss es nicht kennen. Mich empfing da erst einmal gähnende Leere, wohin man sah.
Von da aus hupfte ich in die nächste Süd-Thüringen-Bahn, die mich dann bis Suhl bringen sollte. Inzwischen war es gegen 8:30 Uhr, die Kaffees waren leer - und ich war irgendwie wach. Surreal, aber wach. Die Bahn kam auch artig und ich hoppste rein.
bergsteigen.jpgEine Durchsage wies mich drauf hin, dass der Zug in Suhl endete und von da an Busse weiter fuhren, weil auf der Strecke Bauarbeiten statt fanden. Machte nix, ich musste ja nur bis Suhl. Auf halber Strecke gab es eine weitere Durchsage, dass der Zug geteilt werden würde. Die eine Hälfte nach Suhl, die andere nach.. sonstwo. Und dann die Frage: saß ich im richtigen Teil? Ein paar Minuten Ungewissheit, dann fragte ich nach - Suhlteil. Prima.
Btw hätte ich die STB auch gerne auf der Strecke Peine-Braunschweig, die Sitze sind urbequem. Passen nicht viele rein, aber hey - Abstriche müssen gemacht werden!
Anyway. Ich kam dann also Suhl immer näher. Es ging bergauf, bergab, über kleine rauschende Flüsschen, vorbei an urigen Häuschen… doch, daran konnte ich mich gewöhnen.
suhlfinally.JPGSuhl selbst empfing mich dann unheimeliger mit Plattenbau und Dreck, die mich ziemlich blöd aus der Wäsche schauen ließen. Woher kam der graue Schleier inmitten dieser hübschen Natur? Auch der Bahnhof und die ersten Schritte in der Stadt blieben skeptisch - da konnte auch der kleine Plattenladen nichts ändern, der so faszinierende Platten im Fenster hatte. Die Unterführung in die Stadt war dann doch sehr abschreckend, und ich fragte mich ernsthaft, ob ich hier wirklich hinziehen wollen würde.
Eine Straße weiter stand ich schon vor dem riesigen Gebäudekomplex, in dem ich das Vorstellungsgespräch haben sollte. Hatte ich es mir so vorgestellt? Niemals! Wunschbilder zerbröselten und ließen harte Realität zurück, nur ein weiteres CC inmitten einer Stadt. Egal. subway.JPGKurzer Uhrencheck, noch fast eine Stunde. Ich ging also weiter Richtung Innenstadt, verschwand im ersten Einkaufszentrum. Uh, Subway! Uh, teuer! Weiter bis zu den Toiletten, zu denen ich mal wieder verschwinden musste. Jah, Kaffee. Die waren dann aber auch sauber, hübsch und ich konnte das zerzauste Haar richten und nachschminken… das war mir dann auch 50 Cent wert, 20 mehr, als nötig gewesen wären (okay, ich hatte es nicht kleiner… ). Wieder hüpsch konnte ich mich dann auch auf den Weg zurück zum CCS machen.
Dort angekommen lief ich ratlos auf und ab und suchte den Personaleingang. Hinweise gab es natürlich nicht, und ich lief ratlos einmal drumherum, bis ich den nett versteckten Eingang auf der Parkfläche fand. Okay, also rein.
Artig stellte ich mich vor dem Wachmann vor und erklärte mein Begehr. Er sah nach, nickte wichtig und erklärte mir den Weg, den ich dann auch antrat, vorbei an Postern vergangener Konzerte in dem CCS. Hans Klock. Hansi Hinterseer. Ich war schwer beeindruckt.
Fasziniert, wie ich war, “oh”te und “ah”te ich, als ich den Bühneneingang und die ‘Stargarderobe’ fand, befolgte die ‘Kein Zutritt!’ Schilder und ließ mich dann wie angewiesen in einen der Stühle auf dem Flur sinken, in der Nähe des Raumes, in dem ich mich vorstellen sollte.
Nach ein paar Minuten des Wartens kam eine Frau heraus, stellte sich vor, bot mir einen Kaffee an und ging wieder. Ein paar weitere Minuten später kam ein Mann heraus, tat das gleiche und fügte noch hinzu, dass es noch etwas dauern würde, bis die Chefin kam. Kein Problem, ich hatte ja Zeit. Derweilen lauschte ich den Gesprächsfetzen, die aus dem Raum zu hören waren. Ich fragte mich flüchtig, ob die wussten, dass man sie hören konnte, wenn man nur angestrengt lauschte. Ich hörte mit dem Lauschen aber ganz schnell wieder auf, als ich ein geseufztes “Braunschweig!” hörte. Nicht gut!
Ein paar Minuten später kam eine Frau energisch durch eine andere Tür, was mir einen Herzanfall bereitete. Auch sie schüttelte mir die Hand, erklärte mir, dass es noch ein paar Sekunden dauern würde, und verschwand zu den anderen. Ein paar Sekunden. Die Zeit, wie ich später feststellen durfte, vergeht in Suhl langsamer als z.B. in Peine. So wurden aus den Sekunden gefühlte Minuten, in denen sich die Gespräche auf Flüsterlautstärke senkten. Geflüster konnte man aber besser verstehen als Gemurmel, und so konnte ich noch mitkriegen, wie kurz über meinen Namen diskutiert wurde, bevor die Tür wieder aufging und ich hinein gebeten wurde.
Anwesend waren jene drei Personen, die sich schon vorgestellt hatten, und von denen ich nur noch einen Namen weiß - der von dem Mann, der mein direkter Chef werden könnte. Herr Weisheit. Meine Mundwinkel zuckten unweigerlich nach oben. Mir lag ein Wortspiel mit seinem Namen und Löffeln auf der Zunge, doch ich schluckte es hinunter und wurde mit einem wohlwollenden Zwinkern begrüßt.
Die Wortführerin blieb die Zeit über die Chefin vom CCS, die energische Frau vom Flur. Sie erkundigte sich nach meiner Schule, nach meinen Hobbys, und nach meiner Familie. Sei es der Kaffee, der wenige Schlaf oder die Tatsache, dass ich seit meinem letzten Gespräch um einiges gealtert bin, das nervöse Stottern kam erst gar nicht durch, und souverän erzählte ich, was sie wissen wollten, fügte Belangloses hinzu, empfahl Subway-Zusammenstellungen und Filme, und brachte sie mehrmals mit Kommentaren zum Lachen. Auch die Frage nach meinen Stärken und Schwächen und warum ich eigentlich in diesen Beruf möchte, meisterte ich, und am Ende hieß es, dass ich sehr natürlich sei und das Gespräch viel Spaß gemacht hatte. Na das war doch toll! Der Dämpfer kam , als sie betonten, dass sich sehr viele beworben hatten und ich es nicht persönlich nehmen sollte, wenn ich es doch nicht werden würde. Moment, hatten sie nicht gerade noch gesagt, dass ein Mädchen mal ganz interessant wär? Und ich war doch die einzige weibliche Bewerbung. Für den Job mach ich auch das Quotenmädchen!
Ich wurde auf 10 Tage Bedenkzeit vertröstet und dann einmal mehr eingeladen, zwei Stunden später eine Führung durch das Haus mitzumachen. Klar, ich hatte ja auch Zeit genug, bis der Zug zurück fahren würde.
Hinaus ging es, vorbei an dem Wachmann, der mich fragte, wie es gelaufen war. “Ich denke, ganz gut”, sagte ich, und er nickte. “Prima! Viel Glück!” Er bekam ein Lächeln von mir und dann hoppste ich meines Weges.
Zurück in das Einkaufszentrum, vorbei am viel zu teuren Subway, hinauf, hinunter, und einmal querbeet, wohin mich mein Weg auch führte. Ich kaufte mir eine Axxis-CD für 99 Cent, und noch ein paar andere Sachen für den Preis. Suhl war toll!
Unterwegs fing mich ein Junger Mann ab, müllte mich mit totgezüchteten Katzen und Frettchen voll, die als Barbiepelzmäntel herhalten mussten, und müllte dann noch viel mehr über Niedersachsen, weil er selbst aus Vechta kam. “Warum zum Teufel bewirbst du dich im Osten und nicht in deiner Heimat?” fragte er mich. Na, hab ich doch! Wenn da niemand antwortet? Ich ließ ihn dann mit seinem Kopfschütteln stehen und schlurfte zurück zum CCS, um die Führung mitzumachen. Zwei andere Bewerber warteten dort schon, und ich konnte sie in Augenschein nehmen. Einer wirkte ein wenig wie der Große aus The Mighty, dessen Namen mir immer entfallen ist. groß, irgendwie bullig, und hinter seinem Cap scheu. Begleitet von seinem Opa, der ziemlich resolut wirkte. Der war keine Konkurrenz. Um den anderen machte ich mir mehr sorgen, der wirkte fast schon sympathisch. Verdammt, dabei war er es doch, der mir vielleicht den Job wegnehmen würde. Sympathie ist was für Luschen!
Während wir warteten unterhielt ich mich weiter mit dem Wachmann, der mir auch sympathisch war und auch sein durfte. Die anderen schwiegen. Gab das Pluspunkte, weil ich mich schon mit den Leuten anfreundete? Zumindest vertrieb es die Zeit.
Mit Herrn Weisheit ging es dann durch die drei Säle des Hauses, dem mit 2000 Sitzen, dem mit 400 Sitzen, und dem mit 150 Sitzen. Wie süß! Im ganz großen herrschte reger Betrieb, weil für eine Veranstaltung am nächsten Tag aufgebaut wurde. Hansi Hinterseer. Spannend!
Blicke hinter die Kulissen blieben leider aus, und nach einer halben Stunde war die Führung auch schon vorbei. Schade. Auf die Frage, ob ich nicht direkt am Haupteingang raus wollte, verneinte ich - immerhin musste ich mich doch von der Wache verabschieden. Herr Weisheit, der die Verabschiedung erst auf sich bezogen hatte, schaute etwas irritiert, schüttelte dann aber lächelnd den Kopf und führte uns allesamt zurück Eingang, wo ich mich artig verabschiedete. Als ich raus ging, hörte ich nur ein “Na, flirtest du schon wieder?”, die Antwort leider nicht mehr. Egal, es hatte Spaß gemacht.
Es ging zurück in die Stadt. Inzwischen war es nicht einmal halb 3, und gegen 6 sollte mein Zug fahren. Egal, es gab ja eine Innenstadt, die weiter erkundet werden wollte. Doch vorher verabschiedete sich noch mein Handy. Egal. Wer brauchte schon Kontakt zur Außenwelt.
Gegen 15 Uhr war ich mit der Innenstadt durch und ließ mich auf die nächstbeste Bank sinken, um die Füße auszuruhen. Die Zeit verging wirklich langsamer in Suhl, es wurde einfach nicht Zeit zu gehen. Subway drängte sich auf, und ich kreiselte immer wieder um das Einkaufszentrum, kaufte mir da aber doch nichts. Teuer!
Kurz vor vier schleppte ich mich zum Bahnhof, bereit, ein paar Züge früher zu fahren, um ein wenig erfrischt noch in Göttingen rumzurennen. Gebunden war ich ja nur an den ICE von Göttingen nach Hannover, warum also nicht.
Ich ließ mich in den Zug sinken und sah zu, wie die 7 Minuten vergingen, bis er losfahren sollte. Lange Minuten. Suhl-Minuten. Ich dachte daran, dass ich doch bei Subway hatte essen wollen. Und eine Zeitung kaufen. Und Sina was mitbringen. Und eigentlich…
Ich schnappte mir die Bild, die auf meinem Sitz herumgelegen hatte und sprang unter den Blicken der verstörten Fahrgäste aus dem Zug. Kurz darauf fuhr er ab.
Für Sina, so hatte ich gedacht, könnte ich eine Suhl-Bionade mitnehmen. Doch woher nehmen? Rewe, wo ich mich mit weiterem Kaffee versorgt hatte, hatte es nicht gehabt. Marktkauf klang nach weit weit weg. Und in der Stadt war sonst nichts gewesen. Also stiefelte ich erstmal wahllos in eine Richtung, die mich tatsächlich nach einer Weile zu Lidl führte, wo ich mir auch was zu trinken kaufen konnte. Aber keine Bionade. Schade.
Weiter ging es mit schweren Füßen durch die Straßen Suhls, bis ich wieder vor dem Einkaufszentrum stand. Hey, Moment, verfolgte mich das?
Ich ging also wieder hinein, ging erhobenen Hauptes an Subway vorbei und kaufte mir bei einem Fleischer Mett- und Backfischbrötchen für unterwegs und eine Postkarte für Sina.
Zurück ging es zum Bahnhof, um den nächsten Zug zu nehmen. Dieses Mal wirklich.
Am Bahnhof schaute ich noch einmal versichernd auf den Ersatzfahrplan. Denn nach Suhl war ja bekanntlich eine Baustelle, und dadurch war alles im Chaos. Der nächste Zug fuhr 16:40. Moment, es war doch gerade…?
Und dieser Gedanke wurde unterbrochen von dem Geräusch des abfahrenden Zugs auf Gleis zwei, verdeckt von dem auf Gleis eins. Klasse. Dann halt der nächste Zug, und der fuhr um…
Moment, anderthalb Stunden? Konnte das wahr sein? Der Zug, den ich eigentlich hätte nehmen sollen? Nein, natürlich nicht, sondern einer, der 10 Minuten früher fuhr. Na immerhin.
Natürlich war es wahr, und just my luck. Hätte ich vielleicht doch zu Subway gehen sollen? Na mir war das ja egal, und so setzte ich mich auf den Bahnsteig, packte die Bild aus und verbrachte die nächste Stunde damit, sie zu durchblättern, bis ich mich endlich in den Zug setzen durfte, der da schon die ganze Zeit gestanden und vor sich hingedröhnt hatte. Machte ja nix, ich halt sowas aus.
Endlich ging die Reise auch weiter, zurück durch den Plattenbau, den urigen Häusern und den rauschenden Bächen. Wieder endete es in Neudietendorf, durch den schnelleren Zug eine halbe Stunde eher als geplant. Machte ja nix, die Stunde Aufenthalt im kalten Thüringen konnte man ja auch mit einer weiteren Stadtbesichtigung rumkriegen, und Neudietendorf war bestimmt spannender, als der Bahnhof es vermuten ließ!
Nein, war es nicht. Neudietendorf war (zumindest nach 18 Uhr) der langweiligste Ort, den ich mir vorstellen konnte. Ich schlurfte durch eine kärgliche Innenstadt, so es denn eine war, bewunderte das Zinzendorfhaus, fragte mich, wer Zinzendorf war, und warf immer mal wieder einen Blick auf die Uhr. Neudietendorf-Uhren liefen noch langsamer als Suhl-Uhren!
Also schlurfte ich weiter und begann irgendwnan, vor mich hin zu singen: “We ants go marching one by one, hurray…”, weil es das einzige Marschlied war, das mir einfiel. Würden mich dann auch gleich feindliche Insekten angreifen? Bitte!
Sie taten es nicht, und ich fand zum Bahnhof zurück, von dem ich mich todesmutig entfernt hatte, und noch immer geschah da… gar nix. Eine halbe Stunde lang, dann kam endlich mein Zug, und ich konnte weiterfahren.
Inzwischen schon leicht übermüdet starrte ich aus dem Fenster und versuchte, vor lauter Schlaflosigkeit nicht durchzudrehen. In Gotha angekommen starrte ich auf das altbekannte Plakat und wunderte mich einige Sekunden über das Deja Vue. Dann ging es rückwärts weiter nach Göttingen. Oh, der Ort war das!
Göttingen kam, und mit ihm vier Minuten, in denen ich in den anderen Zug springen sollte. Machte nix, denn es war direkt auf dem Gleis gegenüber. Raus aus dem RE, rein in den ICE und ab nach Hannover.
In Hannover hatte ich wieder genug Zeit, um in die Läden zu schlurfen, doch das tat ich nicht. Zu Trinken hatte ich noch genug, zu Essen auch, so what. Also wartete ich auf dem Gleis, bis mein Zug kam. Mit Verspätung natürlich. Man musste dazu sagen, dass es der erste war, der verspätet war. Trotzdem, so kurz vor dem Ziel war das schon nicht mehr schön. Noch dazu wurde er aufs Nebengleis verlegt, ebenso wie der ICE, der vorher durchrauschen sollte. Die Folge? 7 Minute konstante Beschallung verschiedener Durchsagen. Verschiedener? Ha! Immer die gleichen reihten sich aneinander, nur hin und wieder gnädig von persönlichen Durchsagen unterbrochen,nur um den Wortschwall dann wieder aufzunehmen: “Wegen Verzögerungen im Betriebsablauf…… auf dem Gleis gegenüber…. 5 Minuten Verspätung….. We apologise for any inconvenience.” Die Beschallung endete erst, als der RE gen Peine einfuhr und ich mich hinein verziehen konnte.
Ohne weitere Verzögerungen fuhren wir dann auch los und kamen tatsächlich nur mit einer leichten Verspätung in Peine an, wo ich dann zu Fuß auch die letzten Meter bis nach Hause hinter mich brachte und mich dann endlich aus den Schuhen zu pellen und eine knappe Stunde später endlich ins Bett zu fallen - nach 21 Stunden, um am nächsten Morgen mit einem Bluterguss am Zeh und einem Krampf im Bein aufzuwachen. Aber das sind halt häusliche Unfälle, die nicht ausbleiben, und gehören nicht in diesen Reisebericht.
Over and out.

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Eine Reaktion zu “Marschierende Amaseisen”

  1. Mara

    du schreibst extrem spannend. meaaaaah! geh ma öfter auf reisen.
    der stil erinnert mich arg an die berichte, die man in einschlägigen frauenmagazinen findet (*hüstel* die meine schwester kauft…nicht ich). also angenehm locker flockig zu lesen und so. hätte auch auf hochglanzpapier stehen können.
    *traumeel s-salbe für den blauen zeh reich*
    drücke die daumen für suhl.

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